Am Montag wusste eine Zuhörerin auf den Cent genau, wie viel Kleingeld in einem Glas neben dem Mikro lag, das ich kurz geschüttelt hatte - 12,57 Euro. Am Mittwoch fand ich heraus, auf welches Wort sich ein Hörer bei sich zu Hause konzentrierte, ohne es je auszusprechen. (Es war übrigens "Herzkatheteruntersuchung". Ein bemerkenswertes Wort für ein Gedankenexperiment.)
Im Grunde ging es immer um eins: Ich stimme mich auf etwas ein, das nicht bei mir ist.
Das klingt nach Magie - aber der Gedanke dahinter begegnet uns auch an ganz anderen Stellen. Wenn ich auf einer meiner Gitarren die E-Saite kräftig anschlage, beginnt die entsprechend gestimmte Saite auf einer zweiten Gitarre ebenfalls zu schwingen, obwohl sie ein paar Meter entfernt steht. Das ist Resonanz.
Im Radio habe ich das mit den Mitteln der Unterhaltung gezeigt. Erleben durfte ich es in dieser Woche aber auch selbst: Ich war zum ersten Mal seit Langem allein unterwegs; nach den Sendungen saß ich still (und ab und zu auch ein wenig einsam) in meinem Hotelzimmer.
Am Mittwochabend schob sich der Mond vor die Sonne. Ich konnte nicht hinsehen, ich hatte mir keine Brille besorgt. Meine Familie war Hunderte Kilometer entfernt - mit Brille - und schickte mir den Zwischenstand im Minutentakt aufs Handy. Ich sah die Sonnenfinsternis nicht am Himmel - ich sah sie auf WhatsApp.
Merkwürdig: Ich hatte trotzdem das Gefühl, dabei zu sein.
Verbindung ist nicht nur eine Frage der Nähe, sondern auch eine Frage der Resonanz. Menschen können nebeneinandersitzen und einander doch fremd bleiben - und über Hunderte Kilometer hinweg kann trotzdem etwas mitschwingen.
Wir schwingen mit dem, worauf wir uns einstimmen - über jedes Feld und jede Entfernung hinweg.
Worauf stimmst Du Dich diese Woche ein?
In diesem Sinne: Vertraue auf Dich selbst und erwarte das Beste.
Wie immer herzlichst,
Euer
